Deutsche Funkturm und Droniq befliegen den Kölner Fernsehturm Colonius zu Wartungszwecken per Drohne

Deutsche Funkturm und Droniq gehen Partnerschaft ein und beantragen das deutschlandweit erste LUC-Zertifikat

Münster/Frankfurt, 29. April 2021: Gewerbliche Drohnennutzer können seit Jahresbeginn für vorab definierte Drohneneinsätze erstmals eine dauerhafte Betriebszulassung beantragen – das LUC-Zertifikat (light UAS operator certificate). Das im Rahmen der EU-Drohnenverordnung eingeführte Konzept wird jetzt erstmals für Deutschland umgesetzt: Die DFMG Deutsche Funkturm GmbH und die Droniq GmbH, beantragen im Rahmen einer Partnerschaft ein LUC für die Befliegung und Wartung von Funktürmen mittels Drohne. Den Startschuss der Partnerschaft markiert die gestern und heute stattgefundene Befliegung des Fernsehturms Colonius in Köln.

Das LUC reduziert den Beantragungsaufwand bei der gewerblichen Drohnennutzung. Unternehmen können eine Art dauerhafte Fluggenehmigung für vorab definierte Drohneneinsätze beantragen. Das bisherige Prozedere, jeden einzelnen Flug aufwändig beantragen, prüfen und freigeben lassen zu müssen, entfällt damit. Die Unternehmen sind so flexibler und schneller bei der Drohnennutzung. „Die Umsetzung des ersten LUC‘s wird der gewerblichen Drohnennutzung in Deutschland einen weiteren Schub verleihen“, prognostiziert Droniq-CEO Jan-Eric Putze. Droniq’s Aufgabe ist die sichere und faire Integration von Drohnen in den Luftraum.

Das Gemeinschaftsunternehmen der DFS Deutsche Flugsicherung und der Deutschen Telekom wickelt im Rahmen der Partnerschaft den gesamten Beantragungsprozess für das LUC ab. Daneben übernimmt es die Durchführung von Trainings und die Entwicklung von Risikoanalysen für den Drohnenflug. Die Flüge sichert Droniq durch die Bereitstellung eines kombinierten Luftlagebilds, das die bemannte und unbemannte Luftfahrt darstellt. Grundlage hierfür ist das von Droniq vertriebene, deutschlandweit erste voll operative Verkehrsmanagementsystem für Drohnen (UTM).

Digitalisierung der Wartung und Planung von Funkstandorten

„Durch die Befliegung des Colonius erhalten wir detaillierte Bilder und Daten über die Bausubstanz in Bereichen des Turms, die ansonsten nur unter großem Aufwand zu inspizieren sind. Das LUC wird uns dabei helfen, die weitere Digitalisierung unseres Standortmanagements schneller voranzutreiben“, so Bruno Jacobfeuerborn, Sprecher der Geschäftsführung der DFMG Deutsche Funkturm GmbH. Das Unternehmen nutzt bereits seit 2019 Drohnen für die Inspektion und Planung von Funkstandorten.

Die Deutsche Funkturm betreibt mehr als 32.500 Funkstandorte in Deutschland, darunter die meisten großen Fernsehtürme wie der Colonius. Mit zahlreichen Antennen für verschiedene Dienste wie Rund-, Mobil-, Richt- und Behördenfunk ist er einer der wichtgsten und komplexesten Funkstandorte der Region. Das fast 40 Jahre alte und 266 Meter hohe Bauwerk ist extremen Wetterbedingungen ausgesetzt und wird daher intensiv gewartet. Für solche Aufgaben setzt die Deutsche Funkturm in Zukunft verstärkt moderne Drohnen ein. Die Deutsche Funkturm verfügt schon heute über ein bundesweit verteiltes, eigenes Netz an geschulten Piloten mit moderner Drohnenhardware und wird dieses mit Unterstützung von Droniq weiter ausbauen.


Beantragung bis Jahresende
Der Zertifizierungsprozess für das LUC erstreckt sich über mehrere Monate. Dafür müssen alle zentralen Elemente rund um den geplanten Drohneneinsatz schriftlich erläutert werden. Das betrifft beispielsweise die Art des Einsatzes. Weitere anzugebende Informationen betreffen die  Durchführung von Qualitätskontrollen, das Risikomanagement sowie die eingesetzten Drohnen.

Aktuell planen die DFMG und Droniq, die Unterlagen für das LUC im Laufe des vierten Quartals beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) einzureichen. Mit Blick auf die Digitalisierungsstrategie der DFMG wird hierfür die Software Fleetplan des gleichnamigen Unternehmens genutzt. Diese ermöglicht die Digitalisierung des gesamten hierfür anfallenden Workflows – von der Dokumentenerstellung, über deren Genehmigung durch eine Behörde bis hin zu ihrer Veröffentlichung im Unternehmen.