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Technik? Mit Sicherheit!

Grundlagen und aktuelle Forschungsergebnisse rund um Mobilfunk und andere Funkdienste.

Damit Sie mit Ihrem Mobiltelefon im Internet surfen, Nachrichten empfangen und senden sowie telefonieren können, braucht das Gerät einen guten Kontakt zum Mobilfunknetz. Dazu tauscht es mit einer Mobilfunk-Basisstation in Ihrer näheren Umgebung Funksignale aus. Die Sendeleistung der Mobilfunkantennen einer Basisstation beträgt in der Regel zwischen 10 und 100 Watt. Mobilfunk-Basisstationen unterstützen verschiedene Funkstandards von GSM, über UMTS („3G“) bis LTE („4G“). Sie sind ihrerseits per Glasfaserkabel, Kupferkabel oder über Richtfunkstrecken mit anderen Basisstationen und den zentralen Systemen des Mobilfunknetzes verbunden.

Allerdings hat jede Basisstation nur eine begrenzte Kapazität sowie eine begrenzte Reichweite. Steigende Nutzerzahlen sowie wachsende mobil übertragene Datenmengen erfordern deshalb ein dichteres Mobilfunknetz – das heißt, eine höhere Zahl von Basisstationen.

Neben Mobilfunk gibt es auch noch eine Vielzahl weiterer Funkdienste. Eine wichtige Rolle spielt etwa die Verbreitung von TV und Radio. Diese Funkversorgung übernehmen Rundfunksender, die von einem Punkt aus in alle Richtungen senden. Je höher der Turm oder Mast und je höher die Sendeleistung ist, desto größer ist das versorgte Gebiet. UKW-Rundfunk hat eine Sendeleistung von 10 Watt bis 10 Kilowatt, die Reichweite eines UKW-Senders erstreckt sich auf bis zu 100 km.

Sicherheit durch Grenzwerte und Sicherheitsbereiche

Zum Schutz der Bevölkerung und der an den Anlagen tätigen Arbeitern legt der Gesetzgeber Grenzwerte fest, die eine sichere Nutzung aller Funkdienste gewährleisten. In der Praxis werden aus diesen Grenzwerten Sicherheitsbereiche abgeleitet. Schon in wenigen Metern Entfernung von einer stationären Sende- und Empfangsantenne können sich Menschen ohne Bedenken dauerhaft aufhalten. Der notwendige Sicherheitsabstand hängt jeweils von der Sendeleistung der Basisstation, den verwendeten Antennen sowie der Sendefrequenz ab und liegt für die Mobilfunkstandards GSM, UMTS und LTE bei einigen Metern.



Gesundheitliche Auswirkungen von Mobilfunk und anderen Funkdiensten werden intensiv erforscht

Die Wirkung elektromagnetischer Felder auf den Menschen ist in den letzten Jahrzehnten von der Wissenschaft gründlich erforscht worden – in Deutschland wie auch international. Die Fachgremien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der internationalen Strahlenschutzkommission (ICNIRP) legen Grenzwertempfehlungen fest und überprüfen diese fortlaufend. Dazu werten sie ständig die neuesten Forschungsergebnisse aus.

Dass beispielsweise der Mobilfunk bei Einhaltung der geltenden Grenzwerte gesundheitlich unbedenklich ist, haben die internationale und deutsche Strahlenschutzkommission in 2011 sowie übereinstimmend auch die Bundesregierung und das Bundesamt für Strahlenschutz in 2013 erneut bestätigt.

Die einzige wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Lebewesen ist ihre Wärmewirkung. Befindet sich ein Mensch in einem hochfrequenten elektromagnetischen Feld, entsteht mit zunehmender Stärke des Feldes in seinem Körper Wärme. Mit anderen Worten, die Energie hochfrequenter elektromagnetischer Felder wird im menschlichen Körper in Wärme umgewandelt. Man spricht deshalb auch von thermischen Effekten elektromagnetischer Felder.

Die physikalische Grundlage dieser thermischen Wirkung ist bekannt und unstrittig. Die geltenden Grenzwerte stellen sicher, dass die elektromagnetischen Felder des Funks so schwach sind, dass keine gesundheitsbeeinträchtigenden Temperaturerhöhungen des Gewebes verursacht werden können.

Im Fokus der aktuellen Forschung zu Mobilfunk und Gesundheit stehen biologische Wirkungen sehr schwacher, energiearmer elektromagnetischer Felder unterhalb der geltenden Grenzwerte. Die Existenz und gesundheitliche Relevanz dieser nichtthermischen Wirkung wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Verschiedene Expertengremien kommen, basierend auf dem aktuellen Forschungsstand zu dem Schluss, dass es trotz umfangreicher Forschungsarbeiten keine belastbaren Hinweise für gesundheitsrelevante nichtthermische Wirkungen gibt.