Turmgeschichten

 

Turmgeschichten 1Der deutsche Fernsehturm – eine politische und architektonische Grenzüberschreitung

 

Rudolf Pospischil

 

Utz Verlag, 2009, ISBN 978-3-8316-0923-9

 

Als Westdeutschland nach dem Krieg mit dem neuen Massenmedium Fernsehen versorgt werden sollte, wurde ein vollkommen neuer Bauwerkstyp erfunden, der Fernsehturm. Es wurde eine Attraktion geschaffen, die der ganzen Welt als Referenz diente: der Stuttgarter Fernsehturm aus Stahlbeton mit Aussichtsplattform und Restaurant verließ den bislang weltweit beschrittenen Weg des technischen Zweckbaus.

 

Während der Teilung Deutschlands erhielten Fernsehtürme zudem eine im wahrsten Sinnes des Wortes herausragende Rolle im Wettstreit der politischen Systeme: sie waren zum einen Brückenpfeiler der Funkbrücken zwischen Westdeutschland und Westberlin, die der ständigen Ausforschung der DDR ausgesetzt waren. Zum anderen waren sie Symbole der Machtdemonstration und Sendestationen zur Verbreitung von Information auf der jeweils anderen Seite. Die an der innerdeutschen Grenze aufgereihten Türme ermöglichten die „alltägliche Republikflucht ins Westfernsehen“. Dem setzte die DDR mit dem Berliner Fernsehturm ein bis heute überragendes Symbol entgegen, das von Kritikern als „Protzstengel“ und „vertikales Korrelat zur ebenerdigen Mauer“ geschmäht wurde.

 

Mehr als ein halbes Jahrhundert deutscher Fernsehgeschichte wird hier beschrieben und bebildert: von der politischen Brisanz der Fernsehtürme im Kalten Krieg über deren architektonische Aufwertung und symbolische Aufladung bis hin zu ihrer neuen Rolle im Zeitalter der digitalen Revolution, die mit dem Handyfernsehen eine weitere Etappe erreicht hat.

 

 

Turmgeschichten 2Fernsehtürme - 8.559 Meter Politik und Architektur

 

Friedrich von Borries, Matthias Böttger, Florian Heilmeyer

 

Jovis Verlag, 2009, ISBN 978-3-86859-024-1

 

Fernsehtürme - 8.559 Meter Politik und Architektur

... zeigt nicht nur die architektonische und konstruktive Rekordjagd des Größer, Höher und Weiter, die mit Fernsehtürmen ausgetragen wird, sondern erläutert die Türme aus ihrem gesellschaftlichen und politischen Kontext. Denn kein Gebäudetyp zeigt seit dem Zweiten Weltkrieg ein so großes Verlangen nach gesellschaftlicher, wirtschaftlicher oder politischer Symbolik. Aber wie genau äußern sich diese Wünsche, Zukunftsvorstellungen und Machtbekundungen in der Architektur? Wie wird deren Auslegung durch politische Propaganda oder alltagskulturelle Aneignung transformiert? Und wie politisch kann Architektur sein?

 

 

Turmgeschichten 3
Den Fernsehturm – wer hat’s erfunden?

 

„Die Fernsehbilder der Krönungsfeier der britischen Königin Elisabeth II. waren im Stuttgarter Talkkessel schlecht zu empfangen. Viele Stuttgarter beschwerten sich, der Süddeutsche Rundfunk (SDR) musste handeln. Das war im Jahr 1953. Damals sollten die Stuttgarter noch nicht ahnen, dass sie einen, wenn nicht den entscheidenden Beitrag zur deutschen Fernsehturmgeschichte leisten sollten.“ ...

 

"Deutschland, Deine Protzengel.", Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 21.09.2008

 

 

 

 

 

Turmgeschichten 4Funktürme und ihre Geschichte

 

"Türme stehen über der Landschaft, den Dörfern oder Städten. Von einem Aussichtsturm aus kann man weit sehen. Das Läuten der Glocke eines Kirchturms ist weit zu hören. Das Licht eines Leuchtturms ist weit über das Meer sichtbar. Alle diese Türme, ob Aussichtsturm, Kirchturm oder Leuchtturm, sind jeweils für eine Aufgabe gebaut worden. Diese Aufgabe hat sich seit Jahrhunderten kaum gewandelt. Das ist ganz anders bei den Türmen, die wir heute Funktürme nennen. Die Geschichte der Funktürme beginnt bei den Leuchtfeuern, die auf Türmen entfacht wurden. Heute werden die Funktürme als Standorte für Fernsehsender, zur Übertragung von Daten oder zum Telefonieren mit dem Handy benutzt. Die Funktürme und ihre Vorläufer haben etwas Gemeinsames, sie alle werden für die Übertragung von Nachrichten genutzt."

 

"Funktürme und ihre Geschichte"