Technik

 

 

Damit Sie mit Ihrem Handy von jedem Ort aus anrufen oder erreicht werden können, braucht Ihr Handy eine gute Verbindung mit einer Basisstation in der näheren Umgebung.

Jedes Handy und auch jede Basisstation besitzen sowohl ein Sende- als auch ein Empfangsteil. Zur Übertragung von Informationen zwischen Handy und Basisstation sind hochfrequente elektromagnetische Felder (EMF) notwendig. Die Weiterleitung der Informationen zwischen Basisstationen sowie zwischen Basisstation und Festnetz erfolgt dann in der Regel über Kupferleitungen, ein Glasfaserkabel oder Richtfunk.

Für eine hohe Versorgungsqualität braucht der Mobilfunk eine Vielzahl von Basisstationen. Denn jede Basisstation kann nur eine gewisse Anzahl von Gesprächen abwickeln und ein gewisses Volumen von Daten übertragen. Jede Basisstation versorgt daher nur ein eng begrenztes Gebiet (die sogenannte Funkzelle). Eine steigende Nutzerzahl und eine höhere Datenrate erfordern deshalb ein dichteres Mobilfunknetz, d.h. mehr Basisstationen.

Richtfunk bezeichnet die Übertragung von Nachrichten zwischen zwei erhöhten Punkten über elektromagnetische Wellen. Dabei muss zwischen den Sende- und Empfangsantennen eine freie Sicht bestehen. Wälder, hohe Gebäude oder ähnliches stören die Ausbreitung der Signale. Richtfunk wird zur Anbindung von Mobilfunk- und Rundfunksendern betrieben und zur flexiblen und kostengünstigen Breitbandanbindung von Gebäuden ohne Glasfaseranschluss eingesetzt. Der Richtfunk ersetzt somit eine Kabelverbindung. Eine Richtfunkverbindung kann auch als unabhängiger Zweitweg zur Erhöhung der Ausfallsicherheit oder als befristeter Übertragungsweg beispielsweise für kurzfristige oder kurzzeitige Nutzungen dienen.

Rundfunk bezeichnet die Verbreitung von TV und Radio für die Öffentlichkeit. Beim Rundfunk wird von einem Punkt aus in alle Richtungen gesendet. Je höher der Turm oder Mast und je höher die Sendeleistung ist, desto größer ist das versorgte Gebiet. Von einem Rundfunksender wird das Programm ausgesendet, der Empfang erfolgt mit mobilen oder stationären Empfangsgeräten wie Radio, Fernseher oder Laptos und Smartphones.
DAB: Digital Audio Broadcasting. Ein digitaler Übertragungsstandard für terrestrischen Verbreitung von Digitalradio . Es ist für den Frequenzbereich von 30 MHz bis 3 GHz geeignet und seit 1995 in Deutschland verfügbar. Seit 2011 erfolgte der parallele Neustart des weiterentwickelten Standards DAB +.Zur Nutzung von DAB/DAB+ wird ein DAB(+)-taugliches Endgerät benötigt.

DVB-T: Digital Video Broadcasting – Terrestrial. Der Frequenzbereich reicht im VHF-Bereich von 117,5 bis 226,5 MHz, im UHF-Bereich von 474 bis 786 MHz. Der Empfang setzt ein Empfangsgerät mit integriertem DVB-T-Empfangsmodul (Tuner) voraus. DVB-T 2: Nachfolgestandard von DVB-T, geeignet für hochauflösendes Fernsehen. (HDTV)

UKW: Ultrakurzwelle. Bezeichnet den heute weit verbreiteten analogen Hörfunk für den Empfang von Stereo-Radioprogrammen. Der Frequenzbereich reicht von 87,5 bis 108,0 MHz und ist mit den herkömmlichen Radioempfängern nahezu überall sehr gut empfangbar

GSM: Global System for Mobile Communication. Internationaler Mobilfunkstandard der zweiten Generation, der es ermöglicht, über Ländergrenzen hinweg mobil zu telefonieren. Die Sendefrequenzen liegen bei 900 MHz und 1800 MHz.

LTE: Long Term Evolution. Mobilfunk-Standard der vierten Generation LTE basiert auf dem Übertragungsverfahren, das zum Beispiel auch der digitale Rundfunk nutzt, und wird Datenübertragungsraten von heute bis zu 100 Megabit/s im Downlink ermöglichen.

UMTS: Universal Mobile Telecommunications System, Mobilfunk-Standard der dritten Generation. Mit UMTS können höhere Datenübertragungsraten als im herkömmlichen GSM-Netz (s. o.) erreicht werden. Sprache, Texte, Daten, Musik und Videos lassen sich mit UMTS schnell versenden und empfangen.
Im Mobilfunk passen Basisstationen und mobile Endgeräte ihre Sendeleistung automatisch an die jeweiligen Übertragungsverhältnisse an. Bei guter Verbindung verringert sich die Sendeleistung auf einen Bruchteil der maximal möglichen Leistung. Dies spart beim Handy Akkuenergie und verringert die elektromagnetischen Felder.

Die Sendeleistung der Mobilfunkantennen beträgt in der Regel zwischen 10 und 100 Watt.

Die an Standorten der Deutschen Funkturm installierten Basisstationen des GSM-Netzes weisen in der Regel Sendeleistungen von vier bis sechzehn Watt pro Frequenzkanal auf. Die Zahl der Frequenzkanäle einer GSM-Basisstation hängt vom Bedarf an Telefonaten und Datenübertragungen in einer Funkzelle ab und liegt zwischen zwei und zehn Kanälen. Die UMTS-Anlagen haben in der Regel ein oder zwei Frequenzkanäle mit einer Sendeleistung von jeweils maximal 20 Watt. Bei LTE mit ein oder zwei Frequenzkanälen beträgt die Sendeleistung bis zu 40 Watt.

Die digitalen Richtfunksysteme verfügen über Übertragungsraten von 2 MBit/s bis zu 8 x 155 MBit/s. Die typische Sendeleistung von Richtfunksystemen beträgt 100mW. Je nach Richtfunkfrequenz und geografischer Beschaffenheit lassen sich hiermit Distanzen von bis zu 70 km überbrücken.

UKW Rundfunk hat eine Sendeleistung von 10 W bis 10 kW. Die Reichweite von UKW- erstreckt sich auf bis zu 100 km.
Elektronische Geräte wie Fernseher, Radio oder Handys können sich gegenseitig beeinflussen und dadurch Störungen verursachen. Die meisten der zu beobachtenden Störungen sind allerdings kaum wahrnehmbar und beeinträchtigen auch nicht die Funktion. Ein Beispiel wäre hier das Brummen im Radiolautsprecher, wenn in unmittelbarer Nähe per Handy telefoniert wird.

Um dies zu verhindern, müssen elektrische und elektronische Geräte die Anforderungen der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) erfüllen. Diese Anforderungen sind durch die EMV-Richtlinie der Europäischen Union und durch das deutsche EMV-Gesetz festgelegt.

Die von den Mobilfunkanbietern vertriebenen Handys und Smartphones erfüllen ebenso wie die eingesetzte Mobilfunk-Technik die gesetzlichen und normativen Auflagen zu Störaussendungen und Störfestigkeit. Treten bei Fernsehern, Radios, Fernbedienungen oder anderen Geräten dennoch Störungen durch Mobilfunkeinrichtungen auf, hilft der Verbraucherservice der Bundesnetzagentur unter der Rufnummer 04821 895555 oder via E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.