Deutsche Funkturm: Planung, Realisierung, Betrieb und Vermarktung von Antennenträgern.

 

Die Deutsche Funkturm ist ein Teil der Deutschen Telekom Gruppe und wurde 2002 gegründet. In der Deutschen Funkturm hat die Deutsche Telekom ihre Aktivitäten rund um Funkstandorte gebündelt. Als Funkstandorte werden Dächer, Maste und Türme genutzt. Die Deutsche Funkturm akquiriert, plant, realisiert, betreibt und vermarktet mit über 700 Mitarbeitern bundesweit ein Portfolio von ca. 27.000 Funkstandorten für alle Funkdienste, also für Mobilfunk, Richtfunk und Rundfunk.

 

 


Die Deutsche Funkturm ist mit 10 Regionalvertretungen flächendeckend in Deutschland vertreten.
In Münster hat die Zentrale der Deutschen Funkturm ihren Sitz.

Die Deutsche Funkturm war und ist maßgeblich am Ausbau der Infrastrukturen für alle Mobilfunkanbieter in Deutschland beteiligt, zunächst mit dem Schwerpunkt GSM, dann UMTS und aktuell mit dem Ausbau von LTE.

ICE
Zunächst standen beim LTE-Ausbau der Telekom Deutschland die ländlichen Regionen im Mittelpunkt. Danach folgten die Städte, wobei der Startschuss im Sommer 2011 in Köln fiel. Schließlich werden nun auch die Verkehrsinfrastrukturen mit LTE versorgt. So werden schrittweise die Hochgeschwindigkeitsstrecken der Deutschen Bahn ausgebaut. In den ICEs kann man nun auf bestimmten Strecken mit hohen Geschwindigkeiten im Internet surfen, Daten versenden oder empfangen.


Antennen und Sendeanlagen, die die Funknetzbetreiber in Deutschland errichten und betreiben, bedürfen einer Genehmigung durch die Bundesnetzagentur. Alle interessierten Bürger können in der sogenannten EMF-Datenbank der Bundesnetzagentur Informationen darüber erhalten, wo sich Antennen und Sendeanlagen befinden und unter welchen Bedingungen diese betrieben werden dürfen.


Neben dem Mobilfunk ist der Rundfunk ein wichtiger Kunde der Deutschen Funkturm. Unter Rundfunk wird dabei die Aussendung von Radio- und Fernsehprogrammen verstanden. Zahlreiche Radioprogramme, ganz gleich ob über UKW oder DAB, nutzen Funktürme der Deutschen Funkturm. Gleichermaßen werden die Funkstandorte der Deutschen Funkturm auch für das Fernsehen genutzt, das im letzten Jahrzehnt einen grundlegenden Wandel vollzog:

fernsehturm berlinDie Umstellung von analogem auf digitales terrestrisches Fernsehen (DVB-T) begann mit der Auswechslung der Antennenspitze auf dem Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz. Es folgten bundesweit zahlreiche Umbauten, wie zum Beispiel in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München, Stuttgart und Münster, oder Neubauten, wie zum Beispiel in Hamburg, Halle und Magdeburg. Fünf Jahre nach Beginn der Umstellung auf DVB-T wurden die letzten analogen TV-Sender Ende 2008 abgeschaltet.
Heute existiert eine flächendeckende Versorgung Deutschlands mit DVB-T und 4,8 Mio. Haushalte nutzen DVB-T, wobei in einigen Bundesländern eine besonders hohe Akzeptanz von DVB-T festzustellen ist, namentlich in Berlin (23% der Haushalte), Schleswig Holstein (22%), Nordrheinwestfalen (19%) und Hamburg (18%).

Neben Mobilfunk und Rundfunk wird auf den Funkstandorten der Deutschen Funkturm auch Richtfunk betrieben. Seit dem Aufkommen der Glasfaser als Übertragungsmedium hat sich der Einsatz von Richtfunk gewandelt. Heute wird Richtfunk vor allem zur Anbindung und Versorgung von Mobilfunk- und Rundfunksendern eingesetzt, als Erst- oder Zweitweg bei erhöhten Sicherheitsanforderungen genutzt sowie zur flexiblen und kostengünstigen Erschließung von Gebäuden verwendet, die mit Glasfaser nicht versorgt sind. Die Deutsche Funkturm stellt nicht nur die Standorte für Richtfunk bereit, sondern sie unterstützt ihre Kunden bei der Planung und Sicherung von Richtfunkstrecken.

Um die Versorgung ländlicher Regionen mit Breitband-Anschlüssen zu verbessern, beteiligte sich die Deutsche Funkturm zunächst an einem Pilotprojekt zur DSL-Versorgung ländlicher Regionen per Richtfunk und unterstützt seitdem den Infrastrukturausbau zur Breitbandversorgung von ländlichen Gebieten durch Bereitstellung von Antennenträgern für Richtfunk, UMTS, WiMAX und LTE. Informationen über die dafür geeigneten Funkstandorte der Deutschen Funkturm sind im Infrastrukturatlas der Bundesnetzagentur zugänglich.

Gleichermaßen stellt die Deutsche Funkturm für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben Standorte bereit und ermöglicht dadurch ein flächendeckendes Mobilfunknetz für Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte u.a. Die Funkinfrastrukturen der Deutschen Funkturm dienen damit nicht nur der Individualkommunikation, insbesondere dem Mobilfunk, und der Massenkommunikation, namentlich Radio und TV, sondern auch der besonders anspruchsvollen Kommunikation der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

sprengung gartow
Wenn Funkstandorte nicht mehr benötigt werden, dann werden sie zurückgebaut. In der Regel geschieht das ohne größere öffentliche Aufmerksamkeit. Bei außergewöhnlichen Funkstandorten ist das anders. So wurde 2009 die Sprengung von zwei Funkmasten in Berlin Frohnau und Gartow von vielen Menschen und Medien beobachtet. Die beiden über 300 m hohen Richtfunkmasten hatten in der Zeit des Kalten Krieges die Kommunikation zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland über das Gebiet der DDR hinweg ermöglicht und waren nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands überflüssig geworden.

 

 



fernsehturm berlin nahSoweit es die Ressourcen der Deutschen Funkturm zulassen, werden Projekte in Verbindung mit Funktürmen unterstützt, wie z.B. das sogenannte Einsteinjahr des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Jahr 2005, die Verkleidung der Kugel des Berliner Fernsehturms als Fußball anlässlich der Fußball WM 2006, die internationale Ausstellung über Fernsehtürme im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt in 2009 oder die Erforschung des Blitzschlags im Rahmen eines universitären Forschungsprojekts.

Einige Türme der Deutschen Funkturm sind als Aussichtstürme für die Öffentlichkeit zugänglich, namentlich der Berliner Fernsehturm, der Schweriner Funkturm, der Fremersbergturm in Baden-Baden, der Fernmeldeturm Bungsberg, der Käflingsbergturm an der Müritz, und der Fernmeldeturm Porta Westfalica.