DFMG Deutsche Funkturm GmbH

Deutsche Funkturm

Mobilfunk und Forschung

Was bedeutet "Elektromagnetische Verträglichkeit" (EMV)?

Die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) bezeichnet die Fähigkeit elektrotechnischer Geräte, zufrieden stellend zu arbeiten, ohne andere Einrichtungen zu stören oder selbst gestört zu werden. Grundsätzlich dürfen beim Betrieb elektrischer oder elektronischer Geräte keine anderen Geräte oder Funk- und Telekommunikationsanlagen in ihrer Funktion gestört werden. Sie müssen untereinander elektromagnetisch verträglich sein.

In der EMV-Richtlinie des Rates der Europäischen Union, die in Deutschland im Gesetz über die EMV (EMVG) umgesetzt wurde, wird daher für elektrotechnische Geräte eine Mindeststörfestigkeit und eine Begrenzung der Störaussendungen gefordert. Deshalb wird jedes Elektrogerät für die Zulassung EMV-Tests (elektromagnetische Verträglichkeit) unterzogen. Meist liegt die Feldstärke, die Geräte ohne Störung überstehen müssen, bei 3 V/m. Die meisten Hersteller schirmen ihre Geräte allerdings gegen sehr viel höhere Feldstärken ab.

Gibt es Elektrosensibilität?

Elektrosensibilität bezeichnet die Fähigkeit, elektromagnetische Felder wahrzunehmen. Der Mensch besitzt dafür lediglich ein Organ, das Auge. Damit kann er Licht – also elektromagnetische Felder in einem engen Frequenzbereich – wahrnehmen. Andere Frequenzbereiche können nur indirekt wahrgenommen werden, etwa durch die Nervenreizung bei starken niederfrequenten Magnetfeldern oder durch die Wärmeempfindung von Infrarotstrahlung auf der Haut.

Die Forschung untersucht, ab welcher Schwelle Menschen elektromagnetische Felder wahrnehmen können, wie sehr sich die Schwellen bei verschiedenen Menschen unterscheiden und wie stabil sich die Schwellenwerte reproduzieren lassen. Im Frequenzbereich des Mobilfunks ist es in bisherigen Untersuchungen – auch mit Personen, die sich als besonders elektrosensibel bezeichnen – nicht gelungen, die Fähigkeit zur Wahrnehmung von Feldern unterhalb der Grenzwerte nachzuweisen.

Was versteht man unter dem Mobilfunkstandard UMTS?

UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) schafft die technische Grundlage für die Übermittlung großer Datenmengen. Zudem wird der Datenaustausch stark beschleunigt. Damit ermöglicht UMTS vielfältige neue multimediale Anwendungen. Die hohen Geschwindigkeiten sind die Voraussetzung für den schnellen Zugriff auf das Internet oder für die Übertragung bewegter Bilder auf das Mobiltelefon. Damit wird das Handy zur universell einsetzbaren, mobilen Kommunikationsplattform.

Wird durch UMTS die elektromagnetische Belastung der Umwelt erhöht?

Für UMTS, aber auch für den Ausbau der bestehenden GSM-Netze, werden neue Sendeanlagen benötigt. Dadurch nimmt die Summe der Feldstärken zu. Die vorhandenen und erwarteten Feldstärken liegen jedoch weit unterhalb der gesetzlich festgelegten Grenzwerte. Dabei ist eine Unterschreitung um den Faktor 1.000 üblich, so dass im Hinblick auf den Grenzwert die Zunahme der Felder unbedeutend ist.

Sind die elektromagnetischen Felder bei UMTS schon ausreichend erforscht?

Viele bereits bestehende Forschungsergebnisse sind auf UMTS-Signale übertragbar. Zudem gibt es bereits mehrere Untersuchungen zu vorhandenen amerikanischen und asiatischen Mobilfunksystemen, die UMTS technisch beide sehr ähnlich sind.

Die vorliegenden Forschungsergebnisse bestätigen, dass unterhalb der Grenzwerte keine Gesundheitsgefährdung besteht. Um Wissenslücken zu schließen, wurden von verschiedenen Institutionen, z.B. von der Forschungsgemeinschaft Funk e.V. (FGF), Forschungsvorhaben vergeben, die die typischen UMTS-Signale verwenden.

Wo erhält man einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse?

Die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) berät das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in allen Angelegenheiten des Schutzes vor ionisierenden und nicht-ionisierenden Strahlen. Sie veröffentlicht regelmäßig Schriften und Bewertungen zum aktuellen Forschungsstand.

Die Internationale Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierenden Strahlen (ICNIRP) beobachtet u.a. für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Forschungsergebnisse. Das Forschungszentrum für Elektromagnetische Umweltverträglichkeit (FEMU) an der RWTH Aachen betreibt eine große Literatur- und Informationsdatenbank über das Thema der Wechselwirkungen von elektromagnetischen Feldern auf den Organismus.

Wie und mit welcher Leistung senden Mobilfunkantennen?

Mobilfunkantennen besitzen eine ausgeprägte Richtcharakteristik, d. h. die elektromagnetischen Wellen werden vorzugsweise in eine bestimmte Richtung ausgesendet. Vergleichen kann man dies mit dem Lichtkegel eines Autoscheinwerfers: Befindet man sich außerhalb dieses Kegels oder entfernt man sich von der Lichtquelle, so nimmt die Intensität rasch ab.

Die typische Sendeleistung von Mobilfunkantennen liegt zwischen 20 und 50 Watt. Im Normalbetrieb senden Mobilfunkantennen jedoch nur mit einem Teil ihrer maximal möglichen Leistung, da die tatsächlich benötigte Sendeleistung von der Qualität der Verbindung zwischen Handy und Mobilfunkantenne abhängig ist.